So verbessern Sie Ihre Bonität und sichern sich bessere Angebote

Eine gute Bonität – also Ihre Kreditwürdigkeit – entscheidet in Österreich über mehr als nur die Frage, ob Sie einen Kredit erhalten oder nicht. Sie beeinflusst auch die Höhe der Zinsen, die Konditionen von Leasing-Verträgen, Handyvertragen und oft sogar Ihre Chancen bei der Wohnungssuche. Wer eine hohe Bonität hat, genießt bessere Angebote und spart dadurch langfristig viel Geld. Doch wie entsteht diese Bewertung? Und was kann man konkret tun, um sie zu verbessern? Genau darum geht es in diesem Ratgeber.
Was bedeutet Bonität?
Bonität ist ein Begriff aus dem Finanzwesen und beschreibt die Fähigkeit und Bereitschaft einer Person, ihren finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Die Bonitätsbewertung – oft auch „Score“ genannt – wird von Auskunfteien wie dem KSV1870 oder CRIF vergeben. Banken, Mobilfunkanbieter oder Vermieter nutzen diese Daten, um einzuschätzen, wie hoch das Risiko eines Zahlungsausfalls ist.
Die Bonität wird in Österreich meist in Form eines Punktwerts oder einer Risikoklasse dargestellt. Je höher der Score, desto besser Ihre Kreditwürdigkeit.
Wer ermittelt Ihre Bonität in Österreich?
In Österreich sind vor allem zwei Institutionen für die Bonitätsbewertung von Privatpersonen verantwortlich:
Diese Auskunfteien sammeln Daten von Banken, Versandhändlern, Mobilfunkanbietern und Inkassobüros. Aus diesen Informationen berechnen sie Ihre Kreditwürdigkeit.
Welche Faktoren beeinflussen Ihre Bonität?
1. Zahlungsmoral
Pünktliche Zahlungen von Rechnungen, Krediten und Leasingraten sind der wichtigste Indikator für eine gute Bonität. Bereits eine einmalige Mahnung kann Ihren Score verschlechtern.
2. Bestehende Schulden
Wie viele Kredite oder Finanzierungen laufen derzeit auf Ihren Namen? Je höher die Verschuldung im Verhältnis zum Einkommen, desto schlechter der Score.
3. Kreditrahmen und Kontoauszüge
Offene Kreditrahmen (z. B. bei Kreditkarten oder Überziehungsrahmen) werden ebenfalls bewertet. Wer seinen Rahmen dauerhaft ausschöpft, wirkt finanziell angespannt.
4. Wohnsitz und Umzüge
Häufige Adresswechsel oder ein Wohnsitz in „problematischen“ Gegenden können sich negativ auswirken. Stabilität wirkt sich positiv auf den Score aus.
5. Beruf und Einkommen
Ein gesichertes Einkommen, ein unbefristetes Dienstverhältnis oder eine längere Betriebszugehörigkeit verbessern die Kreditwürdigkeit. Selbstständige haben es oft schwerer, da ihre Einkommenslage schwankt.
So können Sie Ihre Bonität verbessern
1. Rechnungen pünktlich bezahlen
Der einfachste und wichtigste Schritt: Zahlen Sie alle Rechnungen rechtzeitig. Nutzen Sie Daueraufträge oder Zahlungserinnerungen, um keine Fristen zu versäumen. Auch kleinere Ratenkäufe, etwa bei Online-Shops, sollten pünktlich bedient werden.
2. Kreditkarten verantwortungsvoll nutzen
Vermeiden Sie es, Ihre Kreditkarte dauerhaft bis zum Limit auszureizen. Halten Sie stattdessen regelmäßige Rückzahlungen ein und begleichen Sie nach Möglichkeit den gesamten offenen Betrag jeden Monat.
3. Nicht zu viele Kreditanfragen stellen
Jede Kreditanfrage bei einer Bank wird gespeichert. Mehrere Anfragen in kurzer Zeit signalisieren potenzielle finanzielle Probleme. Holen Sie vorab Informationen ein, bevor Sie offizielle Anträge stellen.
4. Bestehende Schulden reduzieren
Ein hoher Schuldenstand verschlechtert Ihre Bonität. Versuchen Sie daher, bestehende Kredite nach und nach zu tilgen, um Ihre Verschuldungsquote zu senken.
5. Daten bei KSV1870 und CRIF kontrollieren
Sie haben das Recht, einmal im Jahr eine kostenlose Selbstauskunft anzufordern. Nutzen Sie dieses Recht und prüfen Sie Ihre Daten. Fehlerhafte Einträge können Ihren Score massiv beeinflussen.
Mehr dazu hier:
KSV Selbstauskunft beantragen
CRIF Selbstauskunft anfordern
6. Unnötige Konten, Verträge oder Karten kündigen
Auch nicht genutzte Kreditkarten oder Bankverbindungen können negativ wirken, da sie als potenzielle Belastung gelten. Halten Sie Ihre Finanzstruktur übersichtlich und aktuell.
Vorteile einer guten Bonität
Wer eine gute Bonität nachweisen kann, profitiert in vielerlei Hinsicht – sowohl im privaten als auch im beruflichen Leben. Denn eine hohe Kreditwürdigkeit signalisiert Zuverlässigkeit, Stabilität und Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit Geld. Das öffnet Türen, erleichtert Verhandlungen und spart bares Geld.
1. Bessere Kreditkonditionen
Eine gute Bonität ermöglicht es Ihnen, Kredite zu deutlich besseren Konditionen zu erhalten. Das bedeutet:
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Niedrigere Zinssätze, da das Ausfallrisiko für die Bank geringer eingeschätzt wird
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Höhere Kreditbeträge sind möglich, etwa für Baufinanzierungen oder größere Investitionen
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Schnellere Kreditbewilligung, da Banken bei guter Bonität weniger Sicherheiten fordern
Gerade bei langfristigen Finanzierungen kann das mehrere tausend Euro an Zinsen sparen.
2. Höhere Chancen bei der Wohnungssuche
In Städten wie Wien, Salzburg oder Graz verlangen viele Vermieter inzwischen eine Bonitätsauskunft. Wer einen positiven Bonitätsnachweis (z. B. von KSV oder CRIF) vorlegen kann, hebt sich deutlich von anderen Bewerbern ab. Vermieter sehen darin ein Zeichen für finanzielle Stabilität – und bevorzugen oft Mieter mit gutem Score.
Ein klarer Vorteil in einem angespannten Wohnungsmarkt.
3. Attraktive Leasing- und Ratenangebote
Egal ob Auto, Elektrogerät oder Einrichtung – wer eine gute Bonität hat, erhält Zugang zu:
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Leasingverträgen mit besseren Konditionen
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Finanzierungen mit niedrigem Effektivzins
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Flexiblen Rückzahlungsmodellen
Viele Händler arbeiten mit Partnerbanken zusammen, die Bonitätsauskünfte einholen. Ein positiver Score kann hier den Unterschied machen, ob Sie ein Produkt sofort mitnehmen oder erst lange prüfen lassen müssen.
4. Günstigere Mobilfunk- und Internetverträge
Auch Mobilfunkanbieter und Internetprovider prüfen Ihre Bonität. Mit einem guten Score erhalten Sie nicht nur schneller einen Vertrag, sondern auch Zugang zu:
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Tarifen ohne Kaution oder Vorauszahlung
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Premium-Angeboten mit Geräten inklusive
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Vertragsabschlüssen direkt online – ohne Wartezeit
Bei negativer Bonität hingegen kann es sein, dass man nur Prepaid-Angebote nutzen darf oder hohe Kautionen hinterlegen muss.
5. Mehr Vertrauen bei langfristigen Geschäftsbeziehungen
Ob als Selbstständiger, Freiberuflerin oder Unternehmer*in: Eine gute Bonität stärkt Ihr Ansehen bei Geschäftspartnern, Lieferanten und Dienstleistern. Sie sind damit ein verlässlicher Partner und erhalten oft bessere Zahlungsbedingungen, Rabatte oder langfristige Verträge.
Auch bei Bewerbungen für staatliche Förderungen oder bei der Gründung einer GmbH spielt die Bonität eine Rolle.
Bonität bei der Wohnungssuche
Viele Vermieter verlangen in Österreich inzwischen eine Bonitätsauskunft, bevor sie einen Mietvertrag abschließen. Gerade in Wien, Graz oder Salzburg ist die Konkurrenz um Mietwohnungen hoch. Ein positiver Bonitätsnachweis kann hier entscheidend sein.
Tipp: Fügen Sie Ihrer Wohnungsbewerbung eine aktuelle Auskunft von KSV oder CRIF sowie Einkommensnachweise hinzu, um Ihre Chancen zu verbessern.
Mythos Bonität: Was beeinflusst sie NICHT?
Viele Menschen glauben, dass bestimmte Faktoren ihre Kreditwürdigkeit beeinflussen, obwohl sie nicht bewertet werden:
- Geschlecht, Alter oder Staatsangehörigkeit (sind gesetzlich geschützt)
- Die Höhe des Einkommens an sich (nur in Relation zu Verbindlichkeiten relevant)
- Der Besitz von Vermögenswerten (z. B. Immobilien, Aktien)
Entscheidend sind stets das Zahlungsverhalten und das tägliche Finanzmanagement.
Schritt-für-Schritt-Checkliste zur Bonitätsverbesserung
- Selbstauskunft einholen (KSV & CRIF)
- Zahlungsverhalten analysieren und pünktliche Begleichung sicherstellen
- Alte oder nicht genutzte Konten kündigen
- Kredite nur gezielt aufnehmen – nicht aus Gewohnheit
- Kreditrahmen reduzieren, wenn möglich
- Einmal im Jahr Score kontrollieren und ggf. bereinigen lassen
Was tun bei schlechter Bonität?
Falls Ihre Bonität aktuell schlecht ist, können Sie dennoch Gegenmaßnahmen ergreifen. Wichtig ist: Aktiv werden statt abwarten.
- Kontaktieren Sie Ihre Gläubiger und versuchen Sie Ratenzahlungen zu vereinbaren
- Vermeiden Sie weitere Kredite und konzentrieren Sie sich auf den Abbau bestehender Schulden
- Suchen Sie professionelle Hilfe – etwa bei der ASB Schuldnerberatung
Auch bei schlechter Bonität besteht die Chance, mit der Zeit ein besseres Bild abzugeben und den Score Schritt für Schritt zu verbessern.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist eine gute Bonität in Österreich?
Eine gute Bonität liegt vor, wenn Ihr Score bei Auskunfteien wie dem KSV1870 oder CRIF ein niedriges Ausfallsrisiko zeigt. Je höher der Score, desto besser Ihre Kreditwürdigkeit – was zu günstigeren Konditionen bei Krediten und Verträgen führt.
Wie kann ich meinen Bonitätsscore kostenlos einsehen?
Sie können einmal jährlich eine kostenlose Selbstauskunft beantragen. Dafür wenden Sie sich an:
Wie lange dauert es, die Bonität zu verbessern?
Das hängt vom individuellen Fall ab. Kleinere Anpassungen (z. B. offene Rechnungen begleichen) zeigen oft innerhalb weniger Wochen Wirkung. Größere Veränderungen, wie der Schuldenabbau, können mehrere Monate bis Jahre dauern.
Wirkt sich eine Kreditkarte negativ auf meine Bonität aus?
Nicht unbedingt. Eine verantwortungsvoll genutzte Kreditkarte mit regelmäßigen Rückzahlungen kann sich positiv auswirken. Problematisch wird es, wenn Sie ständig das Limit ausschöpfen oder verspätet zahlen.
Wird mein Gehalt bei der Bonität berücksichtigt?
Nur indirekt. Das Einkommen an sich wird nicht gespeichert, aber das Verhältnis von Einkommen zu Schulden ist ein wichtiger Faktor bei der Bewertung durch Banken und Kreditgeber.
Was passiert, wenn meine Bonität schlecht ist?
Mit einer schlechten Bonität bekommen Sie oft nur Kredite zu hohen Zinsen – oder gar keine. Auch Handyverträge oder Mietwohnungen können schwerer zu bekommen sein. Wichtig ist, aktiv an der Verbesserung zu arbeiten und Schulden konsequent abzubauen.
Fazit: Bonität aktiv gestalten lohnt sich
Die Bonität ist mehr als eine Zahl. Sie spiegelt Ihre finanzielle Vertrauenswürdigkeit wider und entscheidet mit über Ihre Lebensqualität – sei es beim Kredit, beim Handyvertrag oder bei der Wohnungssuche. Die gute Nachricht: Sie haben es größtenteils selbst in der Hand.
Mit Disziplin, Überblick und gezieltem Handeln verbessern Sie nicht nur Ihren Score, sondern sichern sich auch bessere Konditionen für alles, was mit Finanzen zu tun hat. Starten Sie am besten heute damit!




